Aktivierung

Aktivierung im Kontext von Digital-Signage bedeutet, dass Bewegtbild-Inhalte im öffentlichen Raum theoretisch dazu in der Lage sind, die Entscheidung des Betrachters unmittelbar positiv zu beeinflussen. Es gibt zahlreiche Erhebungen und Studien, die tatsächliche Wirkung ist dabei umstritten und hängt sehr stark von der stetigen Kontrolle und Anpassung der ausgestrahlten Inhalte ab.

Alternative Begrifflichkeiten

Der Begriff Digital Signage ist zwar international anerkannt und mehr oder weniger fest definiert, doch nicht jeder ist mit dieser Begrifflichkeit vertraut und somit ist dieser Personenkreis innerhalb der Recherche auf eine weiterführende Umschreibung angewiesen. Diese möchten wir Ihnen zweigeteilt auflisten:

  • Allgemeine, umschreibende Begrifflichkeiten: Elektronische(s) und/oder Digitale(s): Anzeigetafel / Poster / Werbetafel / Wegeleitsystem / Besucherbegrüßung / Türschild / Displays / Werbemonitore
  • Werblich genutzte Begrifflichkeiten: DooH / Public Video (geschützter Begriff des DooH Anbieters Stroeer) / Instore TV / POS TV / Mitarbeiter TV / Wartezimmer TV

Anbieter

Eine Sache vornweg: sollten Sie nach Ihren Recherchen gefühlt weniger wissen als zuvor, so ergeht es Ihnen wie den meisten Usern, welche sich zum ersten Mal mit dem Thema Digital Signage auseinander setzen. Die Kategorie der reinen Softwareanbieter, welche eigens programmierte CMS Systeme als Basis für das Gesamtsystem nutzen, beherrschen den deutschsprachigen Markt momentan mit rund 120 Anbietern. Die zweite Kategorie bilden internationale Hardware- und Displayanbieter mit momentan ca. 50 Anbietern, als dritte Kategorie gelten die zahlreichen Planungs- und Architekturbüros, welche Digital Signage als Portfolio-Beimischung in komplexen technischen Konzepten nutzen. Die gesamte kreative Gilde, welche Bewegtbild-Inhaltskonzepte ins Zentrum ihres Schaffens stellt, sichert sich als vierte Kategorie den Rest der Marktanteile.

Ausschreibung

Da die Beschaffung eines Digital Signage Systems oftmals nach rein technischen Kriterien entschieden wird, setzen zahlreiche Unternehmen das Instrument der Ausschreibung ein, um den vermeintlich günstigsten Anbieter zu erhalten. Dieses Vorgehen ist aus mehrerlei Hinsicht fahrlässig, denn auf der einen Seite werden sämtliche Dienstleister technisch auf einen Nenner gebracht, was de facto falsch ist und auf der anderen Seite wird die Tatsache ignoriert, dass ein solches System vor allem langfristige Kosten verursacht. Der Strich unter die Rechnung darf nicht nach einem Jahr, sondern nach 4-5 Jahren gemacht werden. Kosten für Service, Wartung, Content, Schulung, Updates, etc. werden oftmals erst dann zur Sprache gebracht, wenn Abhängigkeiten geschaffen wurden. Ein weiterer Kritikpunkt an klassischen Ausschreibungen ist die Tatsache, dass Planer einen bestimmten Prozentsatz X von der Projektsumme als Honorar erhalten, was dazu führt, dass nicht die beste, sondern die teuerste Lösung ausgeschrieben wird.

Beratung

Unter Beratung versteht man den Vorgang, dass ein Jemand (der Berater) einer anderen Person oder einer Organisation fachkundig Informationen über etwas gibt und Unterstützung für das Lösen von Problemen anbietet. Der Beratungsprozess findet stets unter größtmöglicher Neutralität gegenüber der schlussendlichen Lösung statt. Da innerhalb der Digital Signage Branche kaum technische Standards existieren und verschiedenste Lösungsansätze verfolgt werden, sollte die Planung eines Digital Signage Systems im Idealfall mit Hilfe eines Beraters angegangen werden.

Branchen / Anwendungsgebiete

Durch die Massenfertigung wurden Hardwarekomponenten im Laufe der Zeit erschwinglich und durch die Vielzahl an realisierten Projekten erhielten Softwareprodukte eine immer größer werdende Funktionstiefe. Die Argumente Kostenersparnis, Vernetzung, Information, Aktualität, Modernisierung, Interaktion und Vermarktung spielen die zentrale Rolle innerhalb der einzelnen Kommunikationskonzepte. Nachfolgend finden Sie eine Aufzählung der Branchen, wobei sich Digital Signage Installationen selbst innerhalb einer Branche von Anwendungsfall zu Anwendungsfall gravierend unterscheiden können.

Einzelhandel
Hotellerie
Behörden:
Öffentlicher Raum
Hotellerie
Gastronomie
Unternehmenskommunikation
Bildungseinrichtungen
Kliniken
Freizeit
Logistik

Candela

In Candela wird die Leuchtkraft eines Digital Signage Displays angegeben. Die exakte physische Definition sei an dieser Stelle ausgespart, grob gesprochen ist die Leuchtkraft von 1c/m² die Leuchtkraft einer Kerze auf einem Quadratmeter. Digital Signage Displays weisen in der Regel eine Leuchtkraft von 300 bis 3.000 c/m² auf, je nach Anwendungsfall. International wird oftmals von “Nits” gesprochen, was derselben Bedeutung entspricht.

Client (Server-Client-Installation)

Dieser Begriff scheint simpel, doch ist er in der Lage Verwirrung zu stiften, da er in unterscheidlichem Kontext genutzt wird. Nachfolgend zwei verschiedene Definitionen, alle samt aus der Digital Signage Welt:

1. Standardmäßig wird der Player (PC oder Mediaplayer), welcher mit einer Digital Signage Software bespielt ist und die bewegten Bilder auf die Wiedergabefläche bringt, als Client bezeichnet.

2. Alternativ werden Nutzer innerhalb des Content Management Systems als Clienten bezeichnet.

Content

Content bedeutet wörtlich übersetzt Inhalt. Im Idealfall ist Digital Signage Content speziell auf die anvisierte Zielgruppe zugeschnittener Inhalt, welcher sich die Potenziale des Mediums zu Nutze macht. Der Inhalt wird in allen gängigen Medienformaten (Text, Bild, Bewegtbild) dargestellt, erwähnenswert ist, dass die klassische PowerPoint Präsentation einen sehr großen Stellenwert innerhalb von Digital Signage Systemen einnimmt. Ergänzt werden Inhaltskonzepte von Audioformaten und zum Teil von Duft- und Lichtkonzepten.

Contentbausteine

Bildlich gesprochen sind Sie der Redakteur Ihres eigenen kleinen Fernsehsenders, mit dem Vorteil, dass Sie Ihre Zielgruppe über einen mehrfach geteilten Bildschirm exakt adressieren können. Für dieses Vorhaben stehen Ihnen folgende Content- oder auch Inhaltsbausteine zur Verfügung: Bewegtbild (jeglicher Art), Animationen, Bild, Webinformationen, Ticker, Text, Interaktion.

Laut aktuellen Studien bringt eine gesunde Mischung aus Bewegtbild und klassischem Text die höchste Wirksamkeit, wobei eine stetige Inhaltskontrolle (durch klassische Interviews) und Anpassung elementar für den langfristigen Erfolg der Digital Signage Installation ist.

Digital Signage

Unter dem Begriff Digital Signage versteht man die netzwerkgestützte Übertragung digitaler Inhalte auf elektronische Ausgabemedien.
Das große Potenzial von Digital Signage Systemen besteht darin, relevante Informationen in Echtzeit von zentraler Stelle aus an die richtige Zielgruppe zu adressieren. Per Knopfdruck und ohne Streuverluste.

Digital Signage Software

Digital Signage Software ist standardmäßig eine Zwei-Komponenten-Software:
1. Komponente: Auf der administrativen Seite ein Server, welcher die geplanten Inhalte zu den Playern bringt. Dieser Server kann ein Stück Hardware sein, oder virtuell in die sog. Cloud ausgelagert sein.
2. Komponente: Auf der empfangenden Seite wird eine Player (Recheneinheit o.ä.) mit der zur Server Software korrelierenden Player Software bestückt, um die auf dem Server geplanten Inhalte auf den Wiedergabeflächen anzeigen zu können.
Der Begriff des Content Managements ist im eigentlichen Sinne falsch, da dieses CMS lediglich das Backend (Bedienoberfläche) des Servers ist, um Inhalte zu erstellen und zu administrieren.
Neben der technischen Definition muss an dieser Stelle zwingend auf die schier unendlichen Möglichkeiten des Marktes hingewiesen werden: Digital Signage Software gibt es in sämtlichen Preiskategorien (0€ bis 3.000€ pro System) und von fest installiert bis hin zu vollkommen virtualisiert. Es existiert nicht die eine Lösung, welche alle Anforderungen erfüllt, es gilt die jeweiligen Möglichkeiten fundiert zu überprüfen. An dieser Stelle sei jedoch bereits betont, dass auch Gratis-Software seine Daseinsberechtigung besitzt und zahlreiche Anwendungsfälle befriedigend bedienen kann.

Digital Signage System

Digital Signage ist kein Einzelprodukt, sondern ein System, welches sich aus den Komponenten Software, Hardware, Installation, Inhalt, Kommunikationskonzept, Installation, Schulung und Wartung zusammensetzt. Das System ist dabei weit mehr als die Summe seiner Einzelteile.

DooH

Digital out of Home ist der Ober-Begriff für werblich genutzte Digital Signage Systeme im öffentlichen Raum. Als große Schwester von Digital Signage zu bezeichnen.

Einbrennen

Unter dem Begriff Einbrennen versteht man das Phänomen, dass statische Bilder durch Überlastung der LCDs sichtbar zurück bleiben können und aktiv geschaltene Inhalt überlagern. Auch wenn die Entwicklung der Bildschirme weit fortgeschritten ist, existiert diese Problematik noch immer. Innerhalb von Digital Signage Systemen sollte deswegen immer ein bestimmter Anteil an Bewegtbildern in den Sendeschleifen vorgehalten werden, um die LCDs gleichmäßig zu belasten.

Entstehung Digital Signage

Philips brachte 1997 den ersten Flachbildfernseher auf den Markt, 1999 folgten die ersten Flachbildfernseher von Pioneer. Diese Plasma-Geräte kosteten ca. 15.000 Euro und die Produktion lag bei etwa 1.000 Stück pro Jahr. 2001 folgten die ersten LCD-Geräte- mit ihnen sank der Preis, sodass man Digital Signage ab diesem Zeitpunkt als eigenständige Branche und definierte Technologie bezeichnen konnte.

Eye Tracking

Eye Tracking oder auch Blickerfassung ist ein wichtiges Mittel der Erfolgsmessung im Bereich Digital Signage. Durch Tracking kann überprüft werden, welcher Inhalt für welchen Zeitraum betrachtet wurde, sodass entsprechende Optimierungen des gesendeten Materials angesetzt werden können. Eye Tracking wird im momentanen Marktumfeld lediglich in Einzelfällen angesetzt, da die Technik sehr kostenintensiv ist und einige rechtliche Fragen noch nicht abschließend geklärt wurden.

Fachabteilungen

Dieser Eintrag entsteht nicht, um dem Buchstaben “F” einen Eintrag hinzuzufügen, sondern um die spezielle Beschaffungsproblematik von Digital Signage Systemen zu skizzieren. Bis dato ist das Thema sehr technikgetrieben und die Beschaffung wird oftmals über die IT-Abteilung eines Unternehmens abgewickelt. Dieser Weg ist zum Scheitern verurteilt, da der langfristigen Komplexität von Digital Signage keinerlei Rechnung getragen wird. Neben der technischen Verantwortlichen sollten zu Beginn einer Planungsphase unbedingt die kreativen Fachabteilungen eines Unternehmens mit am Tisch sitzen, um langfristige Kommunikations- und/oder Werbestrategien zu entwerfen. Diese Inhalte (auch Content genannt) gilt es realistisch zu budgetieren und frühzeit der Einkaufsabteilung zu kommunizieren.

Im Umkehrschluss existieren momentan zahlreiche Digital Signage Netzwerke ohne Konzept und Leben, da die kreative Seite nicht früh genug bedacht wurde. Diese Installationen (Altlasten) helfen nicht gerade dabei, die Akzeptanz dieses Mediums zu erhöhen.

Gesichtserkennungssoftware

Gesichtserkennungssoftware erkennt durch Kameraerfassung die wesentlichen äußeren Merkmale des Betrachters und initiiert in Echtzeit die Wiedergabe eines zielgruppenspezifischen Inhalts. Obwohl die Technik bereits sehr ausgereift ist und keinerlei personenbezogene, verwertbare Daten erfasst werden, ist diese Ergänzung zu Digital Signage Systemen in Deutschland auf Anwenderseite noch sehr umstritten. Visapix ist der bekannteste Vertreter, es existieren jedoch zahlreiche weitere Anbieter.

High Brightness Display

High Brightness Displays sind besonders leuchtintensive Displays, welche bei direkter Sonneneinstrahlung eingesetzt werden, um trotz heller Umgebung eine optimale Bilddarstellung zu ermöglichen. Standard Professional Displays haben eine Leuchtkraft von ca. 300 – 700 c/m², wohingegen High Brightness Displays eine Helligkeit von bis zu 5.000 c/m² aufweisen. Alternative Technik sind transflektive Displays.

Html5

Html5 ist eine Computersprache zur Vernetzung und Darstellung von Inhalten, vor allem im Internet. Html gewinnt im Bereich Digital Signage an Bedeutung, da immer mehr Anbieter von Digital Signage Software auf sogenannte Weblösungen setzen. Html5 läuft plattformunabhängig und läuft somit stabil auf unterschiedlichen Endgeräten. Dieser Fakt ist wichtig, da Digital Signage als ein wachsender Bestandteil in der Werbestrategie angesehen wird und Inhalte folglich nicht aufwändig doppelt erstellt werden müssen.

invidis

invidis lautet der Name des deutschen Dachverbandes im Bereich Digital out of Home, welcher gleichzeitig eine journalistische Plattform bietet, auf welcher die Marktteilnehmer der Branche sich und ihre Projekte vorstellen können. Im Laufe der Zeit wurde diese Plattform durch eigen recherchierte Artikel ergänzt. Da die Wirkung von Digital Signage noch nicht in technischen oder statistischen Kennzahlen manifestiert ist, treibt invidis, gemeinsam mit dem europäischen Dachverband, der OVAB, die Bemühungen, einen verifizierten Standard zu etablieren, stetig voran. Ein branchenübergreifend akzeptierter Standard wäre der endgültige Durchbruch der Digital Signage Branche im Bereich der Werbevermarktung.

IP Schutzklassen

IP Schutzklassen geben an, welchen Belastungen durch Feinteile (1.Zahl) und Wasser (2.Zahl) die Wiedergabeflächen (LCDs und LEDs) sowie Recheneinheiten ausgesetzt sein dürfen, ohne dass sie Schaden nehmen:

IP Schutzklassen
1. ZahlSchutz gegen Fremdkörper2.ZahlSchutz gegen Wasser
0kein Schutz0kein Schutz
1Fremdkörper Ø > 50mm1Senkrecht fallendes Tropfwasser
2Fremdkörper Ø > 12mm2Bis 15° schräg einfallendes Tropfwasser
3Fremdkörper Ø > 2,5mm3Bis 60° schräg einfallendes Spritzwasser
4Fremdkörper Ø > 1mm4Spritzwasser aus allen Richtungen
5Staubgeschützt: leichte Ablagerungen5Strahlwasser aus allen Richtungen
6Staubdicht: komplette Abdichtung6Vorübergehende Überflutung
7Vorübergehendes Eintauchen (bis 1m)

Die Logik der Schutzklassen lässt sich auf andere technische Geräte anwenden und geht in der Theorie bis zur Klasse IP69.

Kiosksystem

Unter einem Kiosk System (auch interaktive Terminals) versteht man eine fest installierte Digital Signage Installation (meist in Form einer Stele), welche meist Interaktionsmöglichkeiten mit dem User ermöglicht. Neben Touch ist die klassische Eingabe über eine Tastatur und/oder einen Trackball noch immer weit verbreitet. Die Anwendungsmöglichkeiten sind manigfaltig: Tickets, Informationen, Wegeleitung, Registrierungen.

Kommunikationskonzept

Ein Kommunikationskonzept sollte die Basis einer jeden Planung sein und die Grundfrage klären: “Welche Informationen sollen zu welchen Zeiten an welche Zielgruppen übermittelt werden?” Organisatorisch muss neben einem Inhalts-Budget von Anfang an geplant werden, welche Instanz die entsprechenden Inhalte erstellt und übermittelt. Abgerundet wird ein Kommunikationskonzept von einer stetigen Erfolgskontrolle und einer Anpassung des Konzepts an sich verändernde Rahmenbedingungen.

LED Display

LED Displays sind Anzeigevorrichtungen, auf Basis von Leuchtdioden, welche für den Außeneinsatz konzipiert sind. Fälschlicherweise werden sehr flache LCD Displays ebenfalls als LED Displays bezeichnet, wobei bei diesen Bildschirmen lediglich das Backlight aus LEDs besteht. Die Anzeigefläche selbst besteht weiterhin aus LCDs.

Loop

Unter einem Loop versteht man eine Sendeschleife aus beliebig vielen Medieninhalten, welche standardmäßig immer wieder von vorne beginnt.

Marktentwicklung

Ergänzend zum Eintrag “Anbieter” – der Digital Signage Markt festigt sich, sieht sich aber auch einer Konsolidierung ausgesetzt. Die Margen der Software- und Hardwarehersteller sinken, sodass sich die Anzahl der Anbieter zwangsläufig reduziert. Die kreative Gilde hat Digital Signage Systeme als Spelwiese entdeckt, teure Werbekonzepte fortzuführen und profitiert auch hier von Informationsmangel der Nachfrageseite.

Dieser Trend folgt dem Verständnis, dass Investitionen in ein Digital Signage System nur dann sinnvoll erscheinen, falls ein ausgereiftes und langfristiges Kommunikationskonzept vorliegt.

Marktsituation

Die Definition des Begriffs Digital Signage scheint einfach, doch existieren weder eine einheitliche Preisstruktur noch technische Standards. Die Komplexität resultiert aus der Tatsache, dass Digital Signage kein Produkt im eigentlichen Sinne, sondern ein System aus zahlreichen Einzelkomponenten ist, welches anwendungsbezogen unterschiedliche Spezifikationen aufweist. Neben einer Software, dem sogenannten Content Management System (CMS), und individuellen Programmierungen, welche dieses CMS in die bestehende IT Infrastruktur des Nachfragers einbettet, werden Recheneinheiten, Serversysteme, eine Netzwerkinfrastruktur sowie ein Betriebsführungs- und Wartungskonzept benötigt, um ein funktionierendes Gesamtsystem zu erhalten. Dieser Widerspruch aus theoretischer Einfachheit und praktischer Komplexität führt in der aktuellen Marktsituation zu dem Phänomen, dass die Nachfrageseite Schwierigkeiten hat, eine passgenaue Digital Signage Lösung zu recherchieren (bitte lesen Sie ergänzend den Lexikoneintrag Marktteilnehmer).

Marktteilnehmer

Die Umsatzpotenziale innerhalb des Digital Signage Marktes wachsen weltweit konstant im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr, was dazu führt, dass immer neue Marktteilnehmer aus den verschiedensten Richtungen in diesen Markt eintreten, um sich ein Stück des wachsenden Kuchens zu sichern. Durch die wachsende Anzahl an Anbietern lässt sich der deutschsprachige Markt wie folgt kategorisieren: Die Kategorie der reinen Softwareanbieter, welche eigens programmierte CMS Systeme als Basis für das Gesamtsystem nutzen, beherrschen den Markt momentan mit rund 120 Anbietern. Die zweite Kategorie bilden internationale Hardware- und Displayanbieter mit momentan ca. 50 Anbietern, als dritte Kategorie gelten die zahlreichen Planungs- und Architekturbüros, welche Digital Signage als Portfolio-Beimischung in komplexen technischen Konzepten nutzen. Die gesamte kreative Gilde, welche Bewegtbild-Inhaltskonzepte ins Zentrum ihres Schaffens stellt, sichert sich als vierte Kategorie den Rest der Marktanteile. Hinzu kommen zahlreiche ausländische Anbieter, welche derselben Systematik folgen.
Nicht nur fehlende technische Standards sowie eine uneinheitliche Preisstruktur, sondern vor allem die kaum zu durchblickende Anzahl und Art der Digital Signage Dienstleister lässt die Nachfrage Seite mit großen Fragezeichen zurück (bitte lesen Sie hierzu den Lexikoneintrag Marktsituation).

Nutzen

Der Nutzen von Digital Signage Systemen bzw. den übertragenen Inhalten hängt stark von der Branche ab, einige Punkte ziehen sich jedoch wie ein roter Faden durch die Argumentation: Kostenersparnis, Vernetzung, Information, Aktualität, Streuverlust-Minimierung, Modernisierung, Vermarktung.

Outdoor Display

Ein Outdoor Display weist neben einer hohen Leuchtkraft vor allem eine entsprechende IP-Schutznorm auf, um gegen Witterung und Vandalismus geschützt zu sein. Semi Outdoor muss dabei der Klasse IP54 entsprechen, Full Outdoor der Klasse IP65 bzw. IP66 (Lexikon Begriff IP-Schutzklassen). Neben einem besonders hellen Display und der entsprechenden IP-Schutzklasse muss das System ferner mit einem Heizsystem und einer Klimaanlage ausgestattet sein, um winterliche Temperturen meistern und warme Abluft nach außen transportieren zu können.

Pilotinstallation

Ein Digital Signage System ist komplex und von Anwendungsfall zu Anwendungsfall verschieden, weshalb ein System nie von Anfang an auf alle Standorte/Filialen ausgerollt werden sollte. Nehmen Sie sich Zeit, definieren Sie Ihre Ziele und Zielgruppen und lernen Sie die Möglichkeiten von Digital Signage durch eine Pilotinstallation kennen. Verstehen sie diese Referenzinstallation als Prozess, welcher nach erfolgreicher Durchführung auf alle weiteren Standorte skaliert werden kann.

Player

Ein Digital Signage Player ist ein Stück Hardware (MiniPC Einheit, Streaming Box oder sonstiger Media Player), welches die per Netzwerk übertragenen Inhalte auf die Wiedergabefläche des Anwenders bringt. Ein Player ist stets mit einer speziellen Digital Signage Software codiert, welche lediglich jene Inhalte, welche durch das korrelierende Content Management System erstellt und übertragen wurden, abspielen kann. Manche Anbieter verwenden anstatt des Begriffs Player auch den Begriff Client (im Kontext eines Client-Server Aufbaus).

PoS – Point of Sale

Der POS ist der Ort des Warenangebots, an dem die Kunden unmittelbaren Kontakt mit den Produkten haben und der mittels Digital Signage Kampagnen gezielt beworben wird, um Impulskäufe zu fördern und Umsätze zu steigern. Manche Studien gehen davon aus, dass 80% aller Kaufentscheidungen unmittelbar vor dem tatsächlichen Kauf getroffen werden und Digital Signage deshalb ein bedeutendes Mosaik in der Werbekommunikation ist.

PoW – Point of Wait

Der Point of Wait stellt jenen Ort da, an welchem eine Person dazu gezwungen ist, eine Wartesituation hinzunehmen und die mittels Digital Signage Kampagnen gezielt beworben wird, um Zusatzinformationen zu etablieren und zukünftige Umsätze vorzubereiten.

Preise

Die Preise in der Digital Signage Branche sind, genauso wie die technischen Standards, schwer zu überblicken. Einen Preis X für ein Produkt Y existiert leider nicht, sodass im Einzelfall immer überprüft werden muss, ob das vorliegende Angebot objektiven Bewertungsmaßstäben genügt.

Professional Display

Professional Displays- auch Large Format Displays oder Public Displays bezeichnet- wurden speziell für den Dauerbetrieb konzipiert und können an 7 Tagen in der Woche für jeweils 24 Stunden eingesetzt werden, ohne dass Garantieansprüche verfallen. Die insgesamte Betriebszeit wird von den meisten Herstellern zwischen 50.000 und 60.000 Betriebsstunden angegeben, die standardmäßige Garantiezeit beträgt 3 Jahre.
Von handelsüblichen Fernsehern heben sie sich in Punkto Qualität in nachfolgenden Punkten positiv ab:
– die verwendeten LCD Kristalle
– qualitativ hochwertige Komponenten, welche einer bestimmten Brandlast entsprechen
– technische Eigenschaften (bspw Bild im Hochformat)
– Serielle Schnittstelle (um Maschinendaten auslesen zu können)
– Splitrechner
– Rücknahmegarantie
– Integrierte Mediaplayer
– Individualisierungsmöglichkeiten
– Sperrung der Steuerungsbefehle (Fernbedienung)
– professioneller Support
– Nachliefergarantie (für mindestens 4 Jahre)

Public Display

siehe Lexikon Punkt “Professional Display”

Rückprojektion

Eine Rückprojektion ist eine spezielle Technik, bei welcher die Bewegtbilder von hinten auf eine Projektionsfläche, hin zum Betrachter, projieziert werden. Eingesetzt anstatt eines klassischen Digital Signage Monitors.

Schnittstelle

Über eine Schnittstelle werden Informationen (Wetter, Abflugzeiten, Nachrichten, Kundendaten, etc) automatisiert aus einem Fremdsystem in das Digital Signage System übertragen. Teilweise existieren Digital Signage Lösungen, in welchen fertig programmierte Schnittstellen bereits Teil des Gesamtproduktes sind, in den meisten Fällen werden diese Schnittstellen jedoch individuell programmiert.

Semi Professional Display

Semi Professional Displays wurden speziell für preissensible Kunden konzipiert, welche keinen echten Dauerbetrieb benötigen. In der Regel sind diese Displays 16/7, was bedeutet, dass sie an 7 Tagen in der Woche für jeweils 16 Stunden eingesetzt werden können, ohne dass Garantieansprüche verfallen. Die insgesamte Betriebszeit wird von den meisten Herstellern zwischen 30.000 und 35.000 Betriebsstunden angegeben, die standardmäßige Garantiezeit beträgt 3 Jahre.
Von handelsüblichen Fernsehern heben sie sich in Punkto Qualität in nachfolgenden Punkten positiv ab:
– die verwendeten LCD Kristalle
– qualitativ hochwertige Komponenten, welche einer bestimmten Brandlast entsprechen
– technische Eigenschaften (bspw Bild im Hochformat)
– Serielle Schnittstelle
– Rücknahmegarantie
– Integrierte Mediaplayer (z.T.)

Stele

Unter einer Stele versteht man einen freihstehenden, abgeschlossenen Korpus, in welchem das Display sowie die Recheneinheit untergebracht sind. Oftmals als Kiosksystem bezeichnet.

Streuverlust

Werbung funktioniert in herkömmlicher Weise wie das sinnbildliche Spatzen mit Kanonen abschießen. Man beschießt den gesamten Markt mit Werbung und bezahlt dies entsprechend, der Wirkungsgrad ist dabei aber äußerst gering. Digital Signage bietet durch seine schnelle Anpassbarkeit sowie die individuellen Einstellungsmöglichkeiten die Chance, passende Inhalte möglichst nur den passenden Zielgruppen zu servieren. Beispielhaft an einer Filialbank: Morgens sind ältere Mitmenschen in der Filiale, während des Vormittages ein durchmischtes Publikum mit Tendenz zu Eltern mit Kind, mittags trifft man gehetzte Arbeitnehmer, nachmittags Schüler und Arbeitssuchende und gegen Abend wieder ein gemischtes Publikum. Zusätzlich wird die Bevölkerung in Stadtteil A von italienisch sprachigen Mitbürgern und Stadtteil B wird von englisch sprachigen Mitbürgern beherrscht. Ergänzend fließen Parameter wie Einkommensstruktur, Wetter, Feiertage und politische Vorkommnisse in die Programmgestaltung ein. Wer hier sein Kommunikationskonzept detailliert ausarbeitet und stetige Kontrollen des gesendeten Inhaltes ansetzt, minimiert den eingangs beschriebenen Streuverlust maximal.

Technik (einfach)

Ohne auf die Details und möglichen technischen Fallstricke eingehen zu wollen, finden Sie an dieser Stelle eine kurze Aufzählung jener technischer Komponenten, welche benötigt werden, um ein Digital Signage System zu betreiben: Eingabegerät – Internetanschluss – Player – Display – Inhalt

Template

Ein Template ist eine Mustervorlage, in welchem die wesentlichen LayOut Elemente vordefiniert sind. Der Nutzer kann diese Vorlage mit wenigen Klicks durch Texte, Bilder und Bewegtbilder ergänzen und binnen kürzester Zeit auf die Player übertragen. Templates sind in der Regel systemgebunden und korrelieren lediglich mit der entsprechenden Player Software. Ähnlich wie bei der Thematik der Digital Signage Software sei an dieser Stelle erwähnt, dass Templates in sämtlichen Preiskategorien existieren. Zahlreiche Anbieter haben thematische Templates als Basisausstattung im System hinterlegt, andere Anbieter fertigen Templates individuell nach Kundenwunsch und technischen Voraussetzungen an.

Touchscreen

Ein Touchscreen ist ein kombiniertes Ein- und Ausgabegerät, bei dem durch Berührung von Teilen des Bildschirms der Programmablauf eines Inhaltes, welcher durch einen Computer eingespielt wird, direkt gesteuert werden kann. Die Befehlseingabe kann durch Berührung oder Hilfsmittel (Stift) erfolgen und folgt der Logik einer Computermaus. Die Berührungsempfindlichkeit eines Displays kann durch verschiedene Technologien erzeugt werden: Infrarot Touch, resistiver Touch, kapazitiver Touch.

Transflektive Displays

Transflektive (oder transreflektive) Displays sind halbdurchlässig für einfallendes Licht, welches das Display zunächst passiert und an der Rückwand des Displays zurück reflektiert wird. Das Licht tritt gemeinsam mit der Hintergrundbeleuchtung wieder den umgekehrten Weg an und verbessert somit die Sichtbarkeit des angezeigten Inhalts. Transflektive Displays werden in besonders heller Installationsumgebung eingesetzt, sind jedoch nur bedingt zum Einsatz hinter Schaufenstern geeignet, da diese zum Teil zu viel Licht absorbieren.

USB Stick

Laut Definition versteht man unter Digital Signage “Die netzwerkgestützte…”, weswegen an dieser Stelle nicht die Funktionsweise eines USB Sticks definiert, sondern Kritik an der Möglichkeit, Digital Signage Inhalte per USB Stick auf die Player zu bringen, geübt wird.

Kontrollverlust (Inhalte, Systemstabilität)
Uneinheitlichkeit (Inhalt, Betrieb)
Hohe Kosten (Prozess)
Systemausfälle
Diebstahl
Fremdinhalte

Verweildauer

Um dieses kleine Wörtchen dreht sich überspitzt gesagt die gesamte Digital Signage Branche. Die theoretische Wirkung von Digital Signage besagt, dass nicht nur die Verweildauer des Blickes auf die gesendete Botschaft erhöht wird, sondern Digital Signage im Gesamten dazu führt, dass Kunden sich länger und positiver im beworbenen öffentlichen Raum aufhalten.

Videowall

Unter einer Videowall (z.T. Vidiwall) versteht man den Zusammenschluss mehrerer Professional Displays zu einer Gesamteinheit. Entweder wird das Bildsignal von Display zu Display weitergeleitet oder eine spezielle Recheneinheit mit zahlreichen Grafikausgängen steuert jedes Display einzeln an. An dieser Stelle soll bereits erwähnt sein, dass eine Videowall eine sehr kostenintensive Installationsmöglichkeit darstellt, da spezielle Videowall Displays mit einem ultraschmalen Rahmen zum Einsatz kommen, die Halterungssysteme oftmals Spezialanfertigungen sind und die gesendeten Inhalte aufgrund der enormen Pixelzahl individuell angefertigt werden müssen.

Weblösung

Der Begriff Weblösung steht quasi umgangssprachlich für die Möglichkeit, Digital Signage Inhalte von über all auf der Welt mit jeglichem Eingabegerät zu ändern, indem man sich via Standard-Webbrowser auf ein zentral vorgehaltenes Serversystem einloggt. Der Server ist also nicht beim Kunden vorgehalten, sondern wird vom jeweiligen Signage Dienstleister bereitgestellt. Etwa die Hälfte der deutschen Dienstleister bietet diese Möglichkeit, sie birgt Vor- und Nachteile, jedoch ist ein klarer Trend hin zu dieser technologischen Möglichkeit zu erkennen.

Werbezeitenvermarktung

Ein Digital Signage System kostet nicht nur Geld, sondern hat auch das Potenzial, über Werbezeitenvermarktung einen return on invest zu erzielen. Es gibt Dienstleister, welche auf die reine Werbezeitenvermarktung spezialisiert sind und Systeme fremdadministrieren, oft findet man jedoch gemischte Systeme auf dem Markt: ein Teil der Sendezeit ist für eigene Programmpunkte reserviert, der Rest für Fremdwerbung. Sollten Sie über diese Art der Nutzung nachdenken, gilt es, spezielle Softwareanbieter zu kontaktieren, da diese automatisierte Abrechnungstools im System integriert haben und zum Teil ein breites Netzwerk an Werbepartnern besitzen.